Guten Morgen, Frau Platz, schön, daß Sie endlich auch mal die Augen aufmachen.“ Ähnliches möchte man der ZDF-Moderatorin Sabine Platz zuwerfen, die momentan mit einem Instagram-Video viral geht, in dem sie sich schockiert zeigt von den Verhältnissen rund um den Frankfurter Hauptbahnhof. „So viel Elend, so viele Dealer, so viele offen auf der Straße sitzende Fixer und Fixerinnen. So viele kaputte, kranke, furchtbar, in einem schrecklichen Zustand sich befindende Menschen habe ich in meinem ganzen Leben nicht gesehen – noch nicht mal in Detroit“, sagt die für das ZDF-„Morgenmagazin“ arbeitende Journalistin in dem Clip, den sie bereits am 6. September aufgenommen hatte. Öffentlich-rechtliche Pippi-Langstrumpf-Welt trifft auf die Realität im besten Deutschland aller Zeiten. Die Erkenntnisse kommen reichlich spät nach ihrem jahrelangen gesellschaftspolitischen Winterschlaf, aber wenigstens spricht Platz ihre Eindrücke schonungslos an. „Das ist super kraß“, sie sei gerade an zwei Polizisten vorbeigegangen und habe gesagt: „Respekt, daß Sie hier Ihre Arbeit noch machen.“ Denn, was sie in dem Bahnhofsviertel gesehen habe, sei „nicht von dieser Welt, zumindest nicht von dem Frankfurt und auch dem Deutschland, was ich mal kannte“. Bleibt zu hoffen, daß die 53jährige die Wirklichkeit in ihre journalistische Arbeit und die eine oder andere Redaktionskonferenz mit den ZDF-Kollegen mit einfließen läßt.