Psychische Erkrankungen erhöhen Krankenstände
BERLIN. Zwischen 2007 und 2023 sind die Krankschreibungen von durchschnittlich 8,1 auf 15,1 Arbeitstage im Jahr gestiegen. Dafür sei aber nicht die im Dezember 2023 eingeführte telefonische Krankschreibung verantwortlich. „Wir sehen in den letzten zwei Jahren einen starken Anstieg bei Atemwegserkrankungen – Erkältung, Grippe, Covid –, aber seit längerer Zeit auch eine stetige Zunahme bei Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen“, erklärte Carola Reimann, Vorstandschefin des AOK-Bundesverbandes, im Handelsblatt. Zudem gebe es mit der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eine genauere Statistik: „In der Vergangenheit haben vermutlich nicht alle Versicherten ihre Krankmeldungen bei ihrer Kasse eingereicht, besonders bei kürzeren Erkrankungen“, so die frühere niedersächsische SPD-Gesundheitsministerin. „Der große Vorteil der telefonischen Krankschreibung ist, daß der Arzt die infektiösen Patienten nicht in der Praxis hat.“ Auffällig sei allerdings, daß psychische Erkrankungen mit sehr langen Verläufen zunähmen: Bei denen registriere man „einen Anstieg um 47 Prozent in den zurückliegenden zehn Jahren. Hier stechen vor allem die Sozialberufe hervor, wo die Beschäftigten viel menschlichen Kontakt haben“, so Reimann. (fis)
www.aok.de/pp/bv
FLI: Kritik an Vogelgrippe-Bekämpfung in den USA
GREIFSWALD. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) rechnet nicht mit einer massiven Ausbreitung der Vogelgrippe (H5N1) unter Milchkühen wie in den USA. „Ich kann mir nicht vorstellen, daß das länger als ein paar Wochen laufen würde, und dann wäre das beendet“, erklärte FLI-Vizepräsident Martin Beer in einem dpa-Gespräch. In Deutschland würde man viel strenger reagieren, etwa mit der Absonderung oder Tötung von Tierbeständen. In den USA gebe es keine flächendeckende Überwachung der dortigen 25.000 Milchviehfarmen. In diesem Jahr seien laut dem Agrarministerium (USDA) in 339 Betrieben in 14 Bundesstaaten Vogelgrippefälle registriert worden, aber „ich kann leider im Moment auch nicht erkennen, daß Maßnahmen ergriffen werden, die das Geschehen jetzt schnell stoppen würden“, kritisierte Beer. Mögliche Einschleppungswege für das amerikanische H5N1-Virus nach Deutschland seien der Rinderhandel und kontaminierte Rohmilchprodukte. (fis)
www.fli.de/de/aktuelles
„KI hat das Potential, die Menschheit zu versklaven“
JERUSALEM. Der israelische Militärhistoriker Yuval Noah Harari hat vor den Gefahren der Künstlichen Intelligenz (KI) gewarnt. Das Rad, das Schreiben oder die Atombombe „waren Werkzeuge, über die Menschen entscheiden konnten. KI aber ist ein Akteur, der selbständig entscheiden und neue Ideen erfinden wird“, erklärte der Professor von der Hebräischen Universität Jerusalem im Spiegel. „KI ist ein nicht-biologischer Akteur, der aber Kultur produzieren kann. Und damit meine ich nicht einfach Kunst, Texte, Musik oder Zeitungsartikel. Sondern ein neues Geldwesen, neue Materialien, neue Wissenschaften“, erläuterte Harari. KI habe daher „das Potential, die Menschheit zu versklaven“. (fis)
www.ynharari.com/de/faqs
Erkenntnis
„Durch zu frühen intensiven Medienkonsum wird die Gehirnentwicklung gestört und durch den permanenten Beschuß mit Informationen werden Kinder und Jugendliche unruhig, fahrig und konzentrationsunfähig. Gleichzeitig breiten sich Depressionen, Angstneurosen und das Gefühl der Vereinsamung aus.“
Bernhard Heinzlmaier, früherer Chef des Österreichischen Instituts für Jugendforschung