© JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. KG www.jungefreiheit.de 20/23 / 12. Mai 2023

Meldungen

Kirchen müssen sich von Immobilien trennen 

STUTTGART. Bistümer und Landeskirchen rechnen damit, daß sie sich in Zukunft von bis zu 30 Prozent ihres Gebäudebestandes trennen müssen. Das geht aus einem Beitrag hervor, der in der Zeitschrift Kirche und Recht erschienen ist. Autoren sind zwei kirchliche Experten: der hannoversche Oberlandeskirchenrat und Vorsitzende der Baurechts- und Grundstückskommission der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Adalbert Schmidt, sowie der Justitiar des Erzbistums Hamburg und Vorsitzende der Rechtskommission des Verbandes der Diözesen Deutschlands, Karl Schmiemann. Nach ihren Worten ist die Dimension „gewaltig“ und „ohne Vergleichbarkeit in Deutschland“. Hintergrund ist der kontinuierliche Mitgliederschwund der beiden großen Kirchen. Den Angaben zufolge verfügen sie über 42.500 Kirchengebäude, die zu großen Teilen unter Denkmalschutz stehen. Hinzu kommen weitere etwa 40.000 Gebäude auf katholischer und rund 50.000 auf evangelischer Seite. 30 Prozent der Gesamtzahl wären also knapp 40.000 Immobilien, die die Kirchen aufgeben müssen. Den beiden Autoren zufolge werden vor allem Pfarr- und Gemeindehäuser betroffen sein. Seit den neunziger Jahren seien nach Schätzungen auf evangelischer Seite über 700 Kirchengebäude durch Verkauf, Abriß oder Umnutzung aufgegeben worden (davon 109 abgerissen). Auf katholischer Seite seien es rund 540 Kirchengebäude gewesen, davon 169 abgerissen und 222 verkauft. Laut den Autoren wird es künftig unmöglich sein, alle denkmalgeschützten kirchlichen Gebäude in ihrer gegenwärtigen Gestalt zu erhalten. Die „zahlenmäßig wohl außerordentlich groß ausfallende Auf- und Preisgabe zahlreicher kirchlicher Gebäude“ stellten die staatliche und kirchliche Denkmalpflege in den kommenden Jahren vor eine Herkulesaufgabe. Die Zeitschrift Kirche und Recht erscheint zweimal jährlich im Berliner Wissenschafts-Verlag. (idea/JF)

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Alfred-Döblin-Preis geht an Jan Kuhlbrodt 

BERLIN. Der Leipziger Schriftsteller Jan Kuhlbrodt hat den mit 15.000 Euro dotierten Alfred-Döblin-Preis 2023 erhalten. Ausgezeichnet wurde er für seinen Manuskriptauszug mit dem Titel „Krüppeltext oder Vom Gehen“, in dem sich der 57jährige  „mit großer Unerschrockenheit, erstaunlicher Komik und theoretischem Witz“, so die Jury, seiner eigenen Multiple-Sklerose-Erkrankung widmet. Das Buch wird Mitte September im Gans Verlag erscheinen. (tha)

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Sprachpranger

Diversity Get-together

Aktionsempfehlung des Berliner Vereins „Charta der Vielfalt“ für den 11. Deutschen Diversity-Tag am 23. Mai: „Laden Sie Ihre Kolleg_innen ein, sich einen Gegenstand auszusuchen, mit dem sie Vielfalt verbinden und ihn zu einem Get-together, Picknick oder Mittagessen mitzubringen. Jede_r stellt ihr_sein Mitbringsel vor. Nutzen Sie die persönlichen Eindrücke, um ins Gespräch über Diversity zu kommen.“