Neben der Gender-Priesterin Judith Butler (Berkeley) verkörpert keine zweite Professorin so wie die Politologin Seyla Benhabib (Yale) das rasante Abrutschen der einstigen US-„Elite“-Universitäten zu Zentren politischer Agitation und Propaganda. Während Butler das Geschlecht eines Menschen zur sozialen Konstruktion erklärte, präsentierte die 1954 in Istanbul geborene, in die USA migrierte Benhabib den Kern der globalistischen „Anywhere“-Ideologie: Jeder Mensch habe als Weltbürger ein universelles und grenzenloses Niederlassungsrecht. Wer sich gegen die chaotischen Folgen dieser Lehre wehre, erliege einer „auf paranoider Projektion basierenden Furcht vor dem ‘Anderen’“ (Blätter für deutsche und internationale Politik, 12/2022). Leider hätten sich diese Abwehrkräfte heute weltweit zur „Konterrevolution gegen den Kosmopolitismus“ formiert, wie sie unlängst auf einer von der Frankfurter Rundschau organisierten Tagung „Kosmopolitismus von unten“ beweinte. Hinter „Populisten“ wie Trump oder Orbán steckten „neue Milliardäre des neoliberalen Kapitalismus“. Demnach würde deren „Kosmopolitismus von oben“ auch den Widerstand gegen sich selbst mobilisieren. Nur mit dem „Großen Austausch“ hätten sie nichts zu tun. Das sei ein originär populistisches „Amalgam aus Nationalismus und weißem Rassismus“ .