© JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. www.jungefreiheit.de 02/18 / 05. Januar 2018

Rüstungsdefizite
Es müssen Taten folgen
Jan Hoffmann

Geistige Beweglichkeit und die Fähigkeit, schwierige Situationen durch Aushilfen zu meistern, sind Anforderungen, die den Soldatenberuf kennzeichnen. So ist die Nutzung der ADAC-Hubschrauber durch die Bundeswehr für die Ausbildung ihrer Piloten durchaus ein Kennzeichen, daß die uniformierte Friedensbürokratie in diesem Sinne noch „handlungsfähig“ ist. Leider wird aber auch deutlich, wie sehr die Politik seit Jahren die deutschen Streitkräfte heruntergewirtschaftet hat. 

Da wird es über längere Zeit auch nicht helfen, daß man erneut versucht unter der wohlklingenden Überschrift „Europa“ große Lösungen zu finden. Noch weniger hilft es, Personal und Geld durch „Geschlechterpolitik“, anklagende Traditionsdiskussionen und mehr Elektromobilität zu binden. Den Ankündigungen deutscher Politiker auf den Münchner Sicherheitskonferenzen müssen nun Taten folgen. Es fehlt bereits an Ersatzteilen und Munition für viele bestehende Waffensysteme. Bevor „europäische“ Lösungen einsatzfähig sind, werden Jahre vergehen. Die notwendigen Übergangslösungen werden viel Geld kosten. Und noch immer hat die Bundeswehr keine bewaffneten Drohnen, die auch den Bedarf an Hubschraubern senken würden.






Dr. Jan Hoffmann ist Mitglied im Landesvorstand der CDU-nahen WerteUnion NRW und Sprecher für Verteidigungspolitik des Bundesvorstandes.