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Pressemitteilung: 

Berlin, den 13. März 2002 

Der Kölner Parteienkritiker Erwin K. Scheuch erhebt im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT schwere Vorwürfe gegen die SPD: „Das ist Korruption“

Der renommierte Soziologie-Professor und ­ neben Hans-Herbert von Arnim ­ bekannteste deutsche Parteienkritiker, Erwin K. Scheuch, hat der Kölner SPD in einem Interview mit der am Freitag in Berlin erscheinenden Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT Korruption vorgeworfen. 

Wörtlich sagte der erfolgreiche Autor mehrerer Sachbücher zum Thema Parteienstaat: „Wir haben es in Köln nicht nur mit Spendenschwindel, Steuerhinterziehung und dem ‘Abzocken’ staatlicher Spendenbeihilfe zu tun, sondern vor allem mit Korruption“, schließlich habe die Abfallentsorgungsfirma Trienekens aus Viersen „ihre Spende ja wohl nicht geleistet, um der SPD einen Wahlkampf zu finanzieren, sondern um sich einen Vorteil zu verschaffen“. 

Der 1996 aus Protest gegen die Flugaffäre der damaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth aus der CDU ausgetretene Wissenschaftler hatte 1992 unter großer Beachtung seine Studie „Cliquen, Klüngel und Karrieren“ über die Verhältnisse in Köln veröffentlicht. 

Im Interview äußert Scheuch Zweifel am Willen der SPD, aus der Affäre Konsequenzen zu ziehen: Er glaube, daß die Partei „nicht wirklich“ an einer Aufklärung interessiert sei, denn „einige in der Partei haben offentsichtlich nicht genug Schuldbewußtsein ­ Stichwort: ‘Das haben wir doch immer schon so gemacht.’“ 

Den Skandal in Köln hält der Soziologe allerdings lediglich für die Spitze des Eisberges: „Auch in anderen Gegenden der Parteienlandschaft wird so verfahren.“ Die Deutschen müßten erkennen, daß ihr Staat inzwischen „mäßig korrupt“ sei. Deutschland liege auf einem internationalen Korruptionsindex „unter 48 Staaten lediglich noch auf Platz 20“. Nach Italien gelte mittlerweile auch für die Bundesrepublik Deutschland: „Das Parteiensystem ist todkrank“, so Scheuch.

V.i.S.d.P.: Thorsten Thaler, Chef vom Dienst, Hohenzollerndamm 27a, 10713 Berlin


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