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Pressemitteilung: 

Berlin, den 26. Februar 2002 

JUNGE FREIHEIT startet “KAMPAGNE 2002" unter dem Motto:
Demokratie braucht Meinungsfreiheit"

Die Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT (JF) hat in der vergangenen Woche eine große Abo-Kampagne “Kampagne 2002" gestartet. Ziel der breit angelegten Kampagne ist es, bis zum 31.12.2002 mindestens 2002 neue Abonnenten zu gewinnen, um die Zeitung stabilisieren zu können, die seit ihrem Wochenzeitungsstart am 21. Januar 1994 defizitär arbeitet.

Die JUNGE FREIHEIT zählt zu den letzten verlagsunabhängigen Zeitungen in Deutschland. Sie entstand durch Initiative von Autoren und Lesern. Der Verlag ist eine Kommanditgesellschaft, die “JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co.". Sie vereint mittlerweile über 200 Gesellschafter, die fast 1 Million Euro Kapital gezeichnet haben. Jährlich unterstützen Leser die Zeitung darüber hinaus mit Spenden von über 250.000 Euro.

Dieter Stein: JF ist von “Abwärtsspriale" bedroht

Obwohl die JUNGE FREIHEIT im neunten Jahr ihres Bestehens als Wochenzeitung ihr höchstes Maß an Akzeptanz und Professionalität erreicht habe, sei ihre Existenz gefährdet. In einer Stellungnahme erklärt der Chefredakteur und Geschäftsführer der JF, Dieter Stein (34), die JF sei von einer “Abwärtsspirale verschiedener Diskriminierungsmaßnahmen bedroht". 

Auf der einen Seite wird seit dem Wochenzeitungsstart die JUNGE FREIHEIT von linksextremen “Antifa-Gruppen" bedroht, die Kioske massiv angreifen, die die JF offen anbieten. Höhepunkt war in der Vergangenheit ein Brandanschlag auf die Druckerei der JF 1994, bei dem ein Sachschaden von 1,5 Millionen Mark entstand. Ihm folgten Anschläge auf die Redaktion und den Vertrieb, bei dem
unter anderem Fahrzeuge der Redaktion und eines Grossisten in Brand gesetzt wurden. Bis zum heutigen Tage ist der freie Vertrieb der JF durch gewalttätige Aktionen massiv eingeschränkt, so daß die Zeitung kaum offen zu kaufen ist.

Legitimiert fühlen können sich diese Gewalttäter jedoch durch die diskriminierenden Äußerungen des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes. Seit 1995 wird im dortigen Verfassungsschutzbericht die JUNGE FREIHEIT erwähnt. Das Land wirft der JF “tatsächliche Anhaltspunkte für den Verdacht auf rechtsextremistische Bestrebungen" vor. Die JUNGE FREIHEIT weist dagegen sämtliche Vorwürfe zurück und prozessiert seit 1996 in einem kostenintensiven Verwaltungsstreitverfahren gegen NRW auf Unterlassung. Derzeit liegt das Verfahren im Rahmen einer Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

Verfassungsschutz NRW für wirtschaftliche Schwierigkeiten verantwortlich

JF-Herausgeber Dieter Stein macht das Verhalten des NRW-Innenministeriums für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der JUNGEN FREIHEIT verantwortlich: “Interviewpartner und Autoren werden in Pressekampagnen immer wieder unter massiven Druck gesetzt, sich nicht in einer 'im Verfassungsschutzbericht von NRW erwähnten' Zeitung zu äußern." Obwohl das Innenministerium bereits im Rahmen des laufenden Prozesses habe einräumen müssen, daß die JUNGE FREIHEIT ausdrücklich nicht als rechtsextrem eingeordnet werde, berichteten Medien dennoch immer wieder fälschlich, die JF sei eine vom Verfassungsschutz NRW als rechtsextrem eingeordnete Zeitung. Mit schwerwiegenden Folgen: So wurde beispielsweise im Januar 2001 durch die staatliche Postbank das Hauptgeschäftskonto der JF unter ausdrücklicher Berufung auf den NRW-Verfassungsschutzbericht gekündigt. Erst ein Prominentenappell des Generalbundesanwaltes a. D. und FDP-Politikers Alexander von Stahl sorgte dafür, daß die existenzbedrohende Kündigung zurückgenommen wurde. “Dies bedeutet eine massive wirtschaftliche Beeinträchtigung", so Dieter Stein, der beklagt, daß nur wenige Medien bislang über die skandalösen Maßnahmen des NRW-Verfassungsschutzes berichtet hätten. “Diese Affäre ist von einer Mauer des Schweigens umgeben", so Stein. Man sei aber hoffnungsvoll, daß es im Zusammenhang mit der Kritik am Verfassungsschutz im Rahmen des NPD-Verbotsverfahrens nun gelinge, die umstrittene Rolle des NRW-Verfassungsschutzes öffentlich zu machen.

Diskriminierung einer unbequemen Zeitung durch staatliche Stellen thematisieren

Die JUNGE FREIHEIT will im Rahmen der KAMPAGNE 2002 auf ihre schwierige Lage aufmerksam machen und die Diskriminierungsmaßnahmen gegen eine politisch unbequeme Zeitung thematisieren. Daher hat man das Motto “Demokratie braucht Meinungsfreiheit" gewählt, so Stein. Angesichts der massiven wirtschaftlichen Konzentration bei den deutschen Zeitungsverlagen entscheide sich Presse- und Meinungsfreiheit gerade am Umgang mit kleinen, kapitalschwachen, verlagsunabhängigen Zeitungen wie der JUNGEN FREIHEIT.

Im Rahmen der KAMPAGNE 2002 sind in den vergangenen Tagen bereits in Hamburg und Berlin schwerpunktmäßig 20.000 Werbeexemplare der JF durch Studenten verteilt worden. In den kommenden Wochen will der Verlag insgesamt über 100.000 Werbeexemplare insbesondere vor Universitäten, Schulen, Redaktionen und auf öffentlichen Veranstaltungen verteilen.

Rund 200.000 Euro will der Verlag im Laufe des Jahres in die KAMPAGNE 2002 investieren. Es sind Anzeigen und Beilagen in Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen geplant. Neben Direktmailing-Aktionen soll besonders das Internet einbezogen werden durch E-Mail-Kettenbriefe, die für Abonnements der Zeitung werben.

V.i.S.d.P.: Thorsten Thaler, Chef vom Dienst, Hohenzollerndamm 27a, 10713 Berlin


Vollständige Liste mit den Autoren und Interviewpartnern der JUNGEN FREIHEIT


 
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